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Die Chronik des Boxsportes in Roßwein

 

1949 – 1960

So fing alles an . . .

Im Mai 1949 wurde im Roßweiner Stadtcafe Möbius die Abteilung Boxen gegründet (leider existiert davon kein Foto).
Bei dieser Gründungsversammlung waren unter anderem anwesend:
Herr Gottschalk; Herr Kobes, der spätere Übungsleiter; Herr Walter, der gerade aus der Kriegsgefangenschaft kam sowie der 17-jährige Horst Merkel und weitere Boxsportfreunde.
Eine Woche später, an einem Montag, trafen sich ca. 35 boxbegeisterte Burschen in der Turnhalle der Volks-schule Roßwein.

Noch im Juni 1949 fand der erste Boxvergleichskampf im erzgebirgischen Thum statt, der mit einer bitteren 21:3 Niederlage endete.


Angefangen hat es mit der Betriebssportgemeinschaft „Industrie Roßwein“, später wurden wir BSG „Stahl“ und kurz darauf BSG „Motor“ Roßwein.
Die Außenstelle Nossen wurde ebenfalls in den 50er Jahren ins Leben gerufen.
Dies machte sich erforderlich, da viele Sportfreunde von Nossen und Umgebung bei uns trainierten. Als Trainingsstätte diente die Turnhalle der Landwirtschaftsschule. Der erste Übungsleiter war Richard Schubert. Danach übernahm Anton Heiß die Ausbildung der Athleten. So wurde Nossen zur 2. Boxhochburg unter der BSG „Motor“ Roßwein.

Schon damals gab es eine rege Wettkampftätigkeit. So wurden im Jahr durchschnittlich 15-20 Vergleichskämpfe durchgeführt. Die Heimkämpfe fanden jeweils im Wechsel einmal im Roßweiner „Schützenhaus“ und im Nossener „Sachsenhof“ statt. Etwa 800 begeisterte Zuschauer sahen spannende Boxkämpfe.

 

1961 – 1970

Auch dieses Jahrzehnt war geprägt von der sportlichen Weiterentwicklung und Anerkennung.
Die Roßweiner Sektion entwickelte sich zur stärksten Landsportgemeinde des Bezirkes Leipzig.
Immerhin trainierten 15-20 talentierte Burschen in einer Schülerabteilung und eine 1. und 2. Seniorenmannschaft konnte auch kein anderer Verein aufweisen.
Vor allem Mitte der 60-er Jahre konnten hochkarätige Erfolge erkämpft werden.

Hier nur einige Beispiele:

1965 Norbert Schilling Kreis- und Bezirksmeister, Vorstoß zur Vorschlussrunde der Deutschen Einzelmeisterschaft

1966 Rolf Drobig Goldmedaille - Deutsche Einzelmeisterschaft
Helmut Sklaretzki Bronzemedaille - Deutsche Einzelmeisterschaft
Werner Uebeler 6. Platz - Deutsche Einzelmeisterschaft

1967 wurden die Sportsfreunde Sklaretzki und Uebeler Bezirksmeister und belegten bei
den Deutschen Meisterschaften die Plätze 3 und 5.

An dieser Stelle muss den Übungsleitern Erich Winkler, Richard Schubert sowie dem Nossener Stützpunkttrainer Anton Heiß großes Lob für ihre engagierte Arbeit gezollt werden.

Durch das Ausscheiden einiger aktiver Kämpfer und die unzureichend geklärte Übungsleiterfrage im Stützpunkt Nossen hatte die Sektion Ende der 60-er Jahre eine Krisenzeit zu überstehen.


1971 – 1980

Dass die Kriese überwunden wurde, zeigten die Ergebnisse in den darauf folgenden Jahren.
An erster Stelle stand nach wie vor die Förderung des Nachwuchses.
Der DBV – Bezirk Leipzig – ernannte die Sektion Boxen zum Trainingszentrum, zu dessen Leiter der Sportfreund Kießling berufen wurde.
Seit dem Bestehen des Trainigszentrums, ging es mit den Leistungen bergauf.
Die Sektion von „Motor“ Roßwein wurde vom Bezirksverband verpflichtet, eine Nachwuchsliga mit den Bezirken Dresden, Karl-Marx-Stadt und Cottbus auszutragen.
Die Bewältigung dieser Aufgabe stellte an Übungsleiter und Aktive hohe Anforderungen.
1976 konnten in dieser Liga ein dritter und 1977 ein erster Platz erkämpft werden.

1973 führten die freundschaftlichen Kontakte des Schmiedewerkes zur Garnision Leisnig dazu, dass sowjetische Armeesportler die Reihen der Roßweiner Boxer verstärkten.
Zusammen mit den Trainern und Aktiven von „Lok Ost“ Leipzig war es möglich, in der II. DDR – Liga zu starten. Die Zuschauerzahlen stiegen stetig an. Die Bergturnhalle platzte manchmal aus allen Nähten.
Im gleichen Jahr fand eine internationaler Vergleich gegen den polnischen Sportclub Glogow im Kulturhaus des Schmiedewerkes statt.

Aktivposten der damaligen Zeit waren u.a. Karl-Heinz Pohl, Eberhard Lohmann, Peter Weißgerber sowie Achim Kluge – der Trainer von Lok Ost Leipzig.


1981 – 1989


In den 80-er Jahren übernahm Sportfreund Simons als verantwortlicher Übungsleiter das Trainingszentrum Boxen in Roßwein.
Unter seiner Regie konnten bei Kreis- und Bezirksspartakiaden etliche Medaillen erkämpft werden. Mehrere Sportler starteten in der Bezirksauswahl Leipzig.

3 talentierte Burschen – Andreas Jordan, Heiko Seidel und Thomas Seidel gelang 1987 der Sprung zur Kinder- und Jugendsportschule des SC Chemie Halle.

In der überbezirklichen Nachwuchsliga 1988 wurde die Kampfgemeinschaft von Motor Roßwein wieder Staffelsieger.

Mit Gert Zschiesche und Andre Hanisch schafften 1989 wieder zwei Roßweiner den Sprung in die Bezirksauswahl.

 

1990 – 1999


Die Wende 1989/90 brachte der Sektion Boxen nicht viel Gutes. Durch den schrittweisen Zerfall des Schmiedewerkes und der damit verbundenen steigenden Arbeitslosigkeit war die Trainerfrage offen. Aus beruflichen und persönlichen Gründen verließ der damalige Trainer den Verein. Der Mitgliederstand und der Stand der aktiven Kämpfer war drastisch gesunken. Es konnten keine Wettkämpfe mehr organisiert werden. Die ABU Nordsachsen vergab einmal im Jahr einen Regionalligakampf nach Roßwein, so dass wenigstens einmal im Jahr eine Veranstaltung in der Muldenstadt stattfand. Sonst nahmen die Sportler nur an Wettkämpfen anderer Vereine teil. Die Abteilung war fast am Boden.
Horst Merkel besaß enormen Enthusiasmus und konnte die Abteilung des inzwischen in „Roßweiner SV“ umbenannten Vereins über Wasser halten. Im Verein gab es Überlegungen zur Schließung der Abteilung.
Im Oktober 1996 nahm Sportfreund Dieter Kormann das Training auf. In den Roßweiner Schulen rührten Trainer und Abteilungsleiter die Werbetrommel. Mit 28 boxinteressierten Jungs wurde ein Neubeginn gestartet. Schon nach 4 Monaten konnte der erste Sachsenmeister in der Jugend B, Jörg Ziemke, bejubelt werden.

Mitte des Jahres 1997 erhielten wir eine große Verstärkung durch unseren Sportsfreund Rolf Drobig. Als Hauptsponsor sorgt er mit seiner Firma für sehr gute Trainings- und Wettkampfbedingungen. Die Boxhalle wurde gründlich renoviert, so dass wir in der Lage sind, unsere „Boxkampftage“ in der Trainingshalle durchzuführen. Inzwischen haben wir den siebenten Boxkampftag des RSV mit Erfolg durchgeführt.

1998 wurden Tobias Drobig und Eric Herrmann Sachsenmeister der Jugend C.
Zwei zweite Plätze rundeten den Erfolg ab.
Tobias Drobig wurde bei der Sportlerumfrage des Landkreises Döbeln als zweitbester Nachwuchssportler geehrt.

Bisheriger Höhepunkt war die Ausrichtung der Südostdeutschen Meisterschaft der Senioren im Oktober 1998. Es boxten die Meister Bayerns gegen die Sachsenmeister.
Der Saal der Gaststätte Hempel war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Bei den Süddeutschen Meisterschaften in diesem Jahr kehrte Eric Herrmann als 2. Süddeutscher Meister zurück.



Autor: Tobias Hinke -- Dienstag, 15. Juli 2008; 16:39:15 Uhr

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