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Ein Vormittag ohne Boxhandschuhe 2012

Ein Vormittag ohne Boxhandschuhe

Der Boxverband Sachsen hat seine jüngsten Aktiven einer Leistungsüberprüfung unterzogen.

Die Fäuste sind an den sechs Stationen nicht zum Einsatz gekommen.

Es ist frisch an diesem Sonnabendvormittag in der Roßweiner Stadtsporthalle.
Doch die kühlen Temperaturen machen den jungen Sportlern nichts aus. 29 sind es,
die bei der Leistungsüberprüfung des Boxverbandes Sachsen dabei sind.
Sie kommen aus Delitzsch, Eilenburg, Oschatz, Mutzschen, Döbeln und Roßwein.
Einige von ihnen werden am Nachmittag noch beim Nikolausboxen des Roßweiner SV
an den Start gehen, aber die meisten von ihnen sind für richtige Boxwettkämpfe noch zu jung.

Zwei, die in der Masse der Kinder nicht auffallen, aber dennoch etwas besonderes sind,
sind Teresa und Kenny Ott. Die beiden sind Geschwister und trainieren seit zwei Jahren Teresa und Kenny
beim Boxclub Döbeln. Die zehnjährige Teresa und der neunjährige Kenny sind mit Eifer dabei.
Beide sind kräftig gebaut, meistern aber alle Prüfungen.
„Wir sind mit unseren Ergebnissen zufrieden“, sagt Teresa.
Karl-Heinz Pohl, der Trainer von Kenny und Teresa lobt die beiden für ihren Trainingsfleiß.
„Sogar die beiden jüngeren Geschwister von Teresa und Kenny kommen mit zum Training“, so Pohl.
Von den Eltern erhalten sie volle Unterstützung und die packen auch mit an,
wenn es im Verein etwas zu tun gibt. „Die Otts sind eine richtige
boxsportbegeisterte Familie“, sagt Karl-Heinz Pohl.

An sechs Stationen müssen Teresa, Kenny und die anderen Kinder ihr Können
und ihre Geschicklichkeit beweisen: 30-Meter-Sprint, Rumpfaufrichten, Kasten-Bumerang-Lauf,
Liegestütz, Schlussweitsprung und Medizinballstoßen. Aufgrund ihrer körperlichen Voraussetzungen
scheinen Teresa und Kenny für die eine oder andere Übung nicht so geeignet,
doch diesen Eindruck wischen die beiden jungen Sportler schnell beiseite.
Sie halten mit den anderen Kindern mit und müssen sich mit ihren Ergebnissen keineswegs verstecken.

René Henschel, Jugendwart beim Boxverband Sachsen, sieht in dieser Leistungsüberprüfung nicht nur
sportliche Vorteile. „Es geht auch darum, dass sich die Kinder untereinander kennenlernen,
dass sie Spaß am Sporttreiben finden“, so Henschel. Auch wenn die Kinder in Boxvereinen angemeldet sind,
geht es den Verantwortlichen in den Vereinen und im Verband vordergründig darum,
die breitensportliche Entwicklung zu fördern. „Die Kinder sollen Spaß haben,
der Leistungsgedanke steht für die Jüngeren noch nicht im Vordergrund.“
Dennoch seien solche Leistungsüberprüfungen wichtig, weil beim Boxen eben auch
athletische Voraussetzungen gefordert sind. „Ob die Kinder später alle Boxer werden,
steht in den Sternen, wichtig ist, dass sie sportlich aktiv sind“, sagt René Henschel.

Text und Bild
von
Frank Korn
Sportredakteur Döbelner Anzeiger

 



Autor: Tobias Hinke -- Freitag, 14. Dezember 2012; 16:50:32 Uhr

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